Fortpflanzung bei Tieren: Kuriose Fakten zu Sex und Trächtigkeit

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  • Fortpflanzung bei Tieren: Kuriose Fakten zu Sex und Trächtigkeit (1)


    Männchen, die im Uterus des Weibchens leben, tödlicher Sex und ein "Kraken-Penis" auf Reisen. Wie seltsam und vielfältig Sex und "Schwangerschaft" im Tierreich sein können.


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    © imago images/Nature Picture Library

    Männliche Exemplare der Gottesanbeterinnen leben gefährlich. Gelegentlich kommt es vor, dass das Weibchen das Männchen während oder nach der Paarung auffrisst.


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    © imago images / UIG

    Tödlich endet der Sex auch für männliche Breitfuß-Beutelmäuse - und zwar für alle. Sie feiern bis zu 14 Stunden dauernde Orgien mit Dutzenden von Weibchen. Danach sterben sie wegen der hohen Ausschüttung von Stresshormonen und dem damit einhergehenden Zusammenbruch des Immunsystems an Organversagen.


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    © blickwinkel/McPHOTO/J. Bitzer

    Löwen sterben nicht, wenn sie sich paaren, aber sie halten unter großen Anstrengungen ein erschöpfendes Sex-Pensum durch. In der Regel ist das Weibchen fünf Tage lang paarungsbereit. Dann muss das Männchen im Viertelstundentakt ran - ungefähr 40 Mal am Tag.


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    © imago/blickwinkel

    Bettwanzenmännchen besteigen sämtliche Artgenossen, die ihnen in die Quere kommen, auch Männchen und Larven. Eine aussichtsreiche Paarung kommt nur zustande, wenn sie zufällig ein Weibchen erwischen. Dabei geht es rabiat zu: Sie bohren ein Loch in den Körper des Gegenübers.


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    © imago/blickwinkel

    Beim Igelwurm Boniella geht die Fortpflanzung noch seltsamer zu. Das Geschlecht der Würmer wird von äußeren Faktoren bestimmt. Eine Larve ohne Kontakt zu einem Weibchen wird selbst zum Weibchen. Eine Larve, die auf ein Weibchen trifft, wird zu einem viel kleineren Männchen, das mit einigen anderen Männchen fortan im Uterus des Weibchens haust und dort die Eier befruchtet.

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  • Fortpflanzung bei Tieren: Kuriose Fakten zu Sex und Trächtigkeit (2)


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    © imago images / imagebroker

    Auch das Geschlecht von Pilzlederkorallen orientiert sich an äußeren Umständen. Weibchen verbrauchen durch die Produktion von Eiern mehr Energie. Wird die Nahrung knapp oder nahen anderweitig schwierige Zeiten, wechseln die Korallen das Geschlecht. In besseren Zeiten können die Männchen wieder zu Weibchen werden.


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    © imago/imagebroker/Dirscherl

    Seehasen sind Zwitter, sie besitzen also weibliche und männliche Geschlechtsorgane. Seehasen können sich also gegenseitig befruchten. Manchmal heften sich mehrere Tiere sogar in Ketten aneinander und paaren sich so.


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    © imago/Oliver Willikonsky

    Blattlaus-Weibchen erzeugen bis zu zehn weibliche Nachkommen täglich durch Jungferngeburt. Sie klonen sich fast ausschließlich - nur einmal im Jahr bringen die Weibchen auch Männchen hervor, die sich normal mit den Weibchen paaren. Geschlechtlichen Sex gibt es somit nur in etwa jeder 20. Blattlausgeneration.


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    © imago/blickwinkel

    Was haben Truthennen und weibliche Blattläuse gemeinsam? Sie können Nachkommen ohne Sex produzieren. Die auch als Parthogenese bezeichnete Jungferngeburt befähigt die Truthahnweibchen, zur Not ohne Mitwirkung eines Männchens Nachwuchs zu bekommen. Die so entstandenen Jungtiere weisen allerdings eine hohe Sterblichkeit auf.


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    © imago images/Nature Picture Library

    Elefantenmütter sind außergewöhnlich lange trächtig. Ihre "Schwangerschaft" dauert beinahe zwei Jahre - also mehr als doppelt so lang wie beim Menschen. Den Rekord der längsten Tragzeit hält aber ein anderes, viel kleineres Tier, das unter anderem in Deutschland beheimatet ist.

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  • Fortpflanzung bei Tieren: Kuriose Fakten zu Sex und Trächtigkeit (3)


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    © imago images/blickwinkel/AGAMI/A.

    Meijer Rekordhalter in Sachen Trächtigkeitsdauer sind die Alpensalamander. Mindestens zwei Jahre lang tragen sie ihre Jungen aus. Je nach Höhe ihres Lebensraums dauert die Tragzeit noch länger. In Gebirgsregionen auf einer Höhe von 1.700 Metern wurden Tragzeiten von vier Jahren festgestellt. In größerer Höhe, vermuten Forscher, könnte der Reproduktionszyklus noch länger dauern.


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    © imago images / Westend61

    Schwangere Kängurus haben nur eine Tragzeit von 20 bis 40 Tagen. Das extrem wenig weit entwickelte Jungtier verbleibt nach der Geburt im Beutel der Mutter, den es in der Regel erst nach etwa sechs Monaten erstmals verlässt. Kängurus, die in dieser Zeit wieder trächtig werden, können die Geburt des nächsten Jungtiers so lange herauszögern, bis das Geschwisterchen endgültig den Beutel der Mutter verlassen hat.


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    © imago images/Ardea/Andrea Florence

    Wabenkröten vollführen bei der Paarung einen Looping unter Wasser, bei dem das Weibchen Eier abstößt, die – vom Sperma des Männchens befruchtet – auf ihrem Rücken landen. Das Männchen tritt die Eier dort fest. Nach bis zu 18 Loopings können das 100 Eier sein, die in den Stunden nach der Paarung in die Haut des Weibchens einsinken. Daraus schlüpfen Monate später voll entwickelte Jungtiere.


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    © imago images/Ardea/Pat Morris

    Auf diesem Bild ist ein schwangeres Seepferdchen zu sehen. Warum das ungewöhnlich ist? Das trächtige Tier ist ein Männchen! Bei der Paarung spritzen Weibchen ihre Eier in die Bauchtasche des Männchens, wo sie befruchtet werden. Nach zehn bis zwölf Tagen gebären die Männchen zwischen 150 und 2.000 Jungtiere.


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    © imago images / Nature Picture Library

    Auch das dem Seepferdchen ähnelnde Seedrachen-Männchen zeigt sich für die Brut zuständig. In Ermangelung einer Bauchtasche trägt es die klebrigen Eier des Weibchens am Körper.

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  • Fortpflanzung bei Tieren: Kuriose Fakten zu Sex und Trächtigkeit (4)


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    © imago/blickwinkel/R. Sturm

    Bei der Wolfsspinne ist es das Weibchen, das die Jungen am Körper trägt. Zuerst webt es sich dafür einen Eikokon, den es auf dem Rücken trägt - auch die geschlüpften Jungtiere trägt sie noch etwa acht Tage lang auf dem Rücken.


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    © imago/blickwinkel

    Eine besonders extreme Art der Brutpflege ist bei den Ringelwühlen zu beobachten. Die Nachkommen dieser Lurch-Art fressen zwei Monate lang nach dem Schlüpfen ausschließlich die Haut der Mutter. Im Schnitt ein Dutzend Jungtiere weiden die Mutter regelrecht ab. Sie bleibt ausgemergelt von dieser Tortur zurück und muss sich erst einmal erholen.


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    © imago images/Mary Evans

    Die wohl extremste Art der Brutpflege weist der Tiefsee-Oktopus auf. Es dauert sehr lange, die Eier auszubrüten: viereinhalb Jahre Brutzeit wurden beobachtet. Das ist ein Rekord im Tierreich. Die aufopferungsvollen Weibchen verharren ohne jegliche Nahrungsaufnahme bei ihren Eiern. Schlüpfen die Jungen schließlich, stirbt die Mutter.


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    © imago/Bluegreen Pictures

    Da weibliche Tintenfische ihre männlichen Pendants hin und wieder als Nahrung begreifen, entwickeln manche Arten einen extrem verlängerten Arm, mit dem sie das Weibchen aus Fluchtdistanz begatten können. Der auch "Papierboot" genannte Krake, der viel kleiner als das Weibchen ist, geht noch einen Schritt weiter: Der Begattungsarm löst sich komplett vom Männchen ab und schwimmt aus eigener Kraft zum Weibchen, zur Not auch über weite Entfernungen: Ein "Kraken-Penis" auf Reisen.


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    © imago images/STAR-MEDIA

    Apropos Penis: Der Stockenten-Erpel hat einen Schraubenzieher-artigen Penis. Das lange, spiralig gewundene Geschlechtsorgan findet seinen Konterpart in der ebenfalls spiraligen Vagina des Stockenten-Weibchens. Dieses ist allerdings in genau gegenteiliger Art gewunden. So erschwert die Anatomie der Stockenten eine ungewollte Begattung.

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